Lesung von Stefan Aust

15 05 2017

Der weithin bekannte politische Journalist, Stefan Aust, kam letzten Mittwoch zu einer Lesung nach Wolfsburg. Die Einladung erfolgte durch die Bibliotheksgesellschaft Wolfsburg, die diesmal nicht direkt in die Bibliothek, sondern in den großen Hörsaal 1 des Alvar-Aalto-Kulturhauses geladen hatte.

Betty Rannenberg als Vorsitzende der Bibliotheksgesellschaft moderierte die Lesung und stellte die Fragen an Aust.

Dabei ging es um das 2016 erschienene Werk von Stefan Aust „Hitlers erster Feind“, also um den Journalisten Konrad Heiden, der 1932 die erste umfassende Hitler-Biographie veröffentlichte, aus der sich später Joachim Fest bediente. Aus persönlicher Bekanntschaft zu Hitler und mit klarem Blick auf die Veröffentlichungen der NS-Bewegung erkannte Heiden die Gefahr frühzeitig.

Durch die Verschränkung der beiden Biographien hat Stefan Aust eine leicht lesbare und spannende Biographie erstellt, auf Basis von intensiven Literatur- und Archivrecherchen unter Verzicht auf Einzelnachweise. Wie wichtig Heiden auch von Hitler genommen wurde, wird in der von Aust geäußerten Vermutung deutlich, dass manche seiner Reden erst begonnen wurden, nachdem Heiden als Zuhörer im Saal war, einfach, um die Auseinandersetzung zu suchen. Heiden versuchte zu verstehen, warum aus einfachen Zuhörern einer Rede tatsächlich „Mitwirkende“ einer Rede wurden, woher die Faszination dafür stammt und wie die Menschen darauf hereinfielen.

 

Die vielschichtigen Aspekte der Lesung vor rund 150 Zuhörern können hier nicht ausgebreitet werden, jedoch kann sich jeder selbst ein Bild machen und die Biographie einfach in der Stadtbibliothek ausleihen, es lohnt sich.

tk