Kulturmitte – Buch vs. Verfilmung

13 09 2017

Viele Bücher werden heutzutage verfilmt. Doch wie oft beklagen sich Fans des Romans im Nachhinein über die schlechte Umsetzung auf der Kinoleinwand? Deswegen möchte ich heute ein paar der seltenen Verfilmungen vorstellen, die tatsächlich der Buchvorlage gerecht werden, oder sie vielleicht sogar übertreffen.

 

Rubinrot: Ein deutscher Roman, der zu Abwechslung mal eine sehr gelungene und hochwertige Verfilmung mit sich brachte. Die Kostüme sind fabelhaft und ergeben zusammen mit den perfekt gewählten Drehorten wunderschöne Bilder. Wer spannende Zeitreisen und eine wirklich süße Romanze mag, dem ist dieser Film nur zu empfehlen (aber natürlich erst, nachdem das entsprechende Buch gelesen wurde).

 

Der Hobbit und Der Herr der Ringe: Diese zwei gigantischen High-Fantasy Buchreihen wurden natürlich auch irgendwann verfilmt und gehören mittlerweile zum klassischen Filmrepertoire. Die epischen Schlachten sehen auf der großen Leinwand gleich noch viel epischer aus. Die elbischen Gesänge hören zu können, fügt noch ein ganz eigenes Feeling zum Literaturgenuss hinzu und der Drache, der den Schatz der Zwerge bewacht, wurde äußerst lebensecht animiert. So lebensecht, dass ein erwachsener Mann neben mir im Kinosaal erschrocken aufsprang, als der Drache per 3D-Effekt auf uns zu flog.

 

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Filme Deinen eigenen Buchtrailer – Julius-Club-Workshop

30 06 2017

Hier ein paar Impressionen vom zweitägigen Julius-Club-Workshop „Filme Deinen eigenen Buchtrailer“, zu dem vorgestern und gestern 11 Julianer ins Alvar-Aalto-Kulturhaus gekommen waren.

 

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Fantastische Wesen in der HNG-Schulbibliothek

26 05 2017

Die Klasse 6.3. der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule (IGS) hat im Kunstunterricht bei Frau Meier eine tolle Sammlung fantastischer Wesen hergestellt. Dreifüssler, Schnecken,  Spinnen, Drachen  und total zusammengewürfelte bunte Tiere sind dabei entstanden.

Fantastische Wesen Ausstellung

Eine Auswahl der Fantasiegestalten mit passenden DVDs

Die Ausstellung „Fantastische Wesen“ ist in der Schulbibliothek der HNG im DVD-Regal zu bewundern.  Manche der Fantasiegestalten erinnern an „Monster-AG“ oder andere Trickfilme und sind deshalb an diesem Standort sehr gut aufgehoben.

Sie entstammen aber alle der Fantasie, ohne Anlehnung an Vorlagen aus Film oder Buch.

Schwieger, Schulbibliothek Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule (IGS)





„Also, was machen wir als Nächstes?“

16 03 2017

Was haben Alice im Wunderland, The Big Lebowski, Grand Budapest Hotel, Whiplash, Kingsman: The Secret Service, Guardians of the Galaxy und MIB I, II und III gemeinsam?

Richtige Antwort: Sie gehören zu unseren Lieblingsfilmen.

Disneys Alice im Wunderland mit der zauberhaften Mia Wasikowska und Johnny Depp in den Hauptrollen ist ja weithin bekannt und bereits ein moderner Klassiker. Der Dude aus The Big Lebowski ist ein Held meiner Jugend, die Guardians of the Galaxy sind eine bessere Comicverfilmung aus dem Marveluniversum, die Kingsmen entsprechen wohl dem, was heute allgemein mit Zeitgeist beschrieben wird und die MIB sind einfach nur cool. Das Grand Budapest Hotel wiederum is a class of its own und etwas völlig anderes. Man muss schon gehörig überlegen, welchem Genre man diesen witzigen und kurzweiligen Film zuschlagen will. Und Whiplash ist einfach nur genial und völlig zu Recht mit drei Oscars ausgezeichnet worden. Vielen gilt er als einer der besten Filme des Jahres 2014.

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Kulturmitte – „Toni Erdmann“ – Lange Einstellungen für große Charaktere

17 08 2016

Man müsste Zeit mitbringen, hörte ich von einem Freund. 3 Stunden Filmdauer! Doppelt so viel, wie das gewohnte 90 Minuten-Spielfilm-Format. Ein Film mit Überlänge also dieser „Toni Erdmann“. Wenn sich das ein Regisseur leisten kann, seine Message nicht innerhalb von Standard-90 Minuten rüberbringen zu müssen, dachte ich, dann müsste der Film automatisch auch eine Menge Substanz haben. Hat er auch, das mal im Voraus!

Toni Erdmann - der Film

Toni Erdmann – der Film

Prämierte Überlänge

Was ich sonst noch gehört hatte: „in Cannes prämiert“, „Endlich mal wieder ein deutscher Film, der im Fokus internationalen Interesses steht“,  „tolle Regisseurin (Maren Ade) und großartige Schauspieler in den Hauptrollen (Sandra Hüller und Peter Simonischek)“.

Auch wenn der Film sehr lang ist, sein Inhalt ist relativ schnell erklärt: Winfried Conradi (Peter Simonischek), ein etwas schräger pensionierter Musiklehrer aus einer deutschen Kleinstadt, besucht ganz überraschend seine Tochter Ines (Sandra Hüller) in Bukarest. Hier ist die sehr erfolgreiche Unternehmensberaterin gerade mit komplizierten betriebswirtschaftlichen Problemstellungen, Top-Terminen und Karrierezielen sehr beschäftigt. Ines steht dauernd unter Strom und gerade als ihr Vater in Bukarest auftaucht, geht es um den letzten Schliff an einem ganz besonders wichtigen Konzept für ein ganz besonders wichtiges Unternehmen, das sehr wichtige Meetings mit ganz besonders wichtigen Vorständen erforderlich macht…Man kennt das ja.

Machen wir das Beste daraus!

Selbst der kleinste Fehler im Umgang mit den Vorständen und Managern dieses Konzerns stellt das Konzept in Frage und dieses Fragezeichen wird immer größer, als plötzlich Vater Winfried mit Sonnenbrille und künstlichem Gebiss getarnt, ein Managertreffen seiner Tochter streift.

Nun ist der Vater einmal da und man muss das Beste daraus machen. Ines versucht den Vater kontrolliert in ihr Managerdasein einzubauen. „Du kannst gern zu dem Empfang mit dem Botschafter dazukommen. Wenn wir hinterher allerdings noch was trinken gehen, verabschiedest Du Dich bitte höflich und sagst, dass Du müde bist“. Das geht natürlich gründlich schief, wie man sich denken kann.

Vater Winfried lässt in der Folge keine Gelegenheit aus, seine Tochter zu blamieren. – Schnitt-  Dann steht das Taxi zur Abreise für den Vater bereit. Man sieht den Vater winken und die Tochter kurz und heftig weinen. Dass das angesichts von 3 Stunden Filmdauer nicht das Ende sein kann, war klar!

Man muss nur die Strategie ändern

Und ab da gehts auch erst so richtig los: Vater Conradi kehrt in Tochter Conradis Leben zuück. Diesmal mit angepasster Strategie. Wieder mit künstlichen Frontzähnen und Vokuhila-Perücke getarnt, dringt er in des Töchterchens After-Work-Business-Kreise ein, wo er sich – das ist die Strategie – als Business-Coach, in einem Anflug von Leichtsinnigkeit später sogar als „german ambassador“ (deutscher Botschafter) – ausgibt.

Business- und Consultant-Coach?

Business- und Consultant-Coach?

Zu diesem Zeitpunkt meldete sich meine innere Uhr mit drängenden Fragen. Wie würde der Film jetzt weitergehen? Würde es ein Happyend geben oder nicht? Und wenn ja, wie könnte es aussehen? Der über lange Jahre entwickelte Heimatfilm-Dramaturg in mir hatte diesen Vorschlag parat:

„Vater rettet Tochter, die in der Ferne in die Irre läuft, holt sie zurück in die Heimat, wo sie ihre Businesskompetenzen sinnvoll bei der Rettung eines defizitären Familienunternehmens einsetzen kann. An einer Ecke wartet der langjährig treue aber stets verschmähte Jugendfreund…Und? Und dann läuten die Hochzeitsglocken!

Wohltuend lange Einstellungen

Aber weit gefehlt! Regisseurin Maren Ade nutzt den 3-Stunden-Raum des Films von hier an gründlich aus, die Hauptcharaktere in wohltuend langen Einstellungen weiter zu entwickeln. Und dabei geht’s am Ende nicht um Gut oder Böse, Schwarz oder weiß oder um irgendeine andere hineingeschnittene versteckte Botschaft.

Stattdessen sieht man Vater und Tochter sich weiter aneinander reiben und aneinander wachsen. So, dass die 2 Fragen, die Vater und Tochter sich einmal einander stellen, zum Schluß wie von selbst beantwortet sind: Ines an Winfried: „Und? Hast Du in Deinem Leben noch was vor, außer anderen Leuten ein Furzkissen unterzuschieben?“ Winfried an Ines: „Bist Du überhaupt noch ein Mensch?“ Mehr verrate ich nicht!

Uwe Nüstedt





Die Kulturmitte – Ein Film der berührt: Ein ganzes halbes Jahr

29 06 2016

Schon seit 7 Monaten ist der Mittwoch auf unserem Blog der feste Termin für „Die Kulturmitte“. Und in diesem Beitrag möchte ich passenderweise nach „einem ganzen halben Jahr“ eine Brücke schlagen zu meinem ersten Beitrag innerhalb der Kulturmitte. In dem Beitrag im Dezember 2015 habe ich das Buch „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes vorgestellt. Das Buch gehört zu einem meiner Lieblingsromanen und da hat die Nachricht, dass das Buch verfilmt wird, mich natürlich umso mehr gefreut! Ich muss sagen, da ich nicht häufig ins Kino gehe, sind meine Erwartungen an einen Film relativ hoch und bei einer Buch-Verfilmung natürlich noch höher.

Aber was soll ich sagen, ich war am Montagabend im Kino und meine Erwartungen wurden voll erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen! Doch von Anfang an: Die berührende Geschichte ist natürlich die Gleiche wie in der Romanvorlage:

Der reiche Geschäftsmann Will Traynor (Sam Claflin) landet nach einem Motorradunfall querschnittsgelähmt im Rollstuhl und verliert seinen Lebensmut. Weder seine Freunde noch seine Eltern und sein persönlicher Pfleger können ihn aus dem Loch der Depression ziehen, in das er nach dem Unfall gefallen ist.

Louisa Clark (Emilia Clarke) hingegen stammt aus einfachen Verhältnissen, hält sich und ihre Familie nur mit Müh und Not finanziell über Wasser und sucht dringend einen neuen Job. Als Lou und Will sich begegnen, treffen zwei Welten aufeinander. Zwischen beiden entwickelt sich eine Freundschaft und Lou macht es sich zur Aufgabe, Will zu beweisen, dass sein Leben auch im Rollstuhl noch lebenswert ist. (Quelle: Moviepilot)

Mit den beiden Hauptdarstellern Emilia Clarke (Game of Thrones) und Sam Claflin (Die Tribute von Panem) konnten für den Film „Ein ganzes halbes Jahr“ zwei sehr bekannte Schauspieler gewonnen werden, die die Romanfiguren perfekt verkörpern. Es war für mich zwar zunächst sehr ungewohnt Emilia Clarke als Brünette und in einer völlig anderen Rolle als in der Serie Game of Thrones zu sehen, aber die Rolle zeigt wie wandelbar die Schauspielerin ist. Auch die Kulisse des Films überzeugt durch detailgetreue Aufnahmen. Der Film ist sehr nah am Buch gehalten und so wundert es nicht, dass das Drehbuch von keiner geringeren als der Autorin Jojo Moyes selbst stammt.

Schon beim Buch war mein Fazit „Ein lachendes und ein weinendes Auge“ und auch der Film lässt sich so zusammenfassen. Besonders die Szenen zwischen Louisa und Will zeichnen sich durch eine ausgezeichnete Situationskomik aus. Doch spätestens im letzten Filmdrittel war der Kinsosaal erfüllt vom Knistern der Taschentuchpackungen und ich denke kaum ein Auge, der zu 99% weiblichen Kinobesucher, ist trocken geblieben.

Diese Buchverfilmung hat für mich in ganzer Linie überzeugt und bekommt von mir für Fans des Buches oder von Dramen und Liebesgeschichten eine absolute Empfehlung.

Alina Heger

 





Wie 16 Kinder und Jugendliche in die Kunst des Drehbuchschreibens eingeführt wurden…

3 11 2014

Was ist ein Cut?das ist der Stopp zwischen einzelnen Szenen. Und was ist ein Cliff?ein offener Ausgang auf dem Höhepunkt einer Episode. Am letzten Freitag hingen 16 Kinder und Jugendliche im Rahmen eines Workshops an den Lippen von Drehbuchautoren Uschi Flacke, die demonstrierte, worauf ein Drehbuchautor achten muss, wenn er ein gutes Drehbuch schreiben will. Und das lernten die angehenden Drehbuchschreiber (der Workshop war für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren) nicht durch bloße Theorie, sondern durch sehr viel Praxis. So spielten sie verschiedene Filmszenen selbst an und überlegten, wie die Kameraeinstellungen dazu sein müssen.

Renomierte Workshop-Leiterin Uschi Flacke 

Für den Drehbuch-Workshop konnte keine geeignetere Person gefunden werden als Uschi Flacke. Uschi Flacke studierte Theater und Film und arbeitete einige Zeit als Schauspielerin am Theater. Sie schrieb Drehbücher für Schloss Einstein, die Pfefferkörner und für die Sendung mit der Maus. Den Teilnehmern machte der Workshop, den die Lesewölfe gemeinsam mit der Stadtbibliothek veranstalteten, sehr viel Spaß, sie lernten viel Neues dazu und betrachten Fernsehserien jetzt aus einem anderen Blickwinkel.

"Wie ein Film entsteht?" Drehbuchworkshop mit Uschi Flacke

„Wie ein Film entsteht?“ Drehbuchworkshop mit Uschi Flacke

Autorin Uschi Flacke

Insgesamt 52 Bücher schrieb Uschi Flacke bisher wie zum Beispiel:

„Das Mädchen mit den Seidenraupen“
„Der Schlangenpapyrus“
„Das Gespenst ohne Gesicht“

17 Titel könnte Ihr in der Stadtbibliothek Wolfsburg ausleihen.

 

Anlässlich von Halloween las Uschi Flacke abends noch aus einem ihrer Bücher – „Hexenhut und Monstermaul“ – in der Kinderbibliothek. Eingeleitet wurde die Lesung durch ein Lied aus dem Buch „Die wundersame Reise des Bastian Blue“. Die Gruselgeschichten zum Miträtseln und Mitgruseln zogen Vampire, Hexen, Teufel, Monster, Gespenster und Skelette an.

"Vampire, Hexen, Teufel, Monster, Gespenster und Skelette": Halloween in der Kinderbibliothek

„Vampire, Hexen, Teufel, Monster, Gespenster und Skelette“: Halloween in der Kinderbibliothek

 

DS