Über The Giant Claw, Uwe Boll und B-Movies im Allgemeinen

28 09 2017

Ein B-Movie (Budget-Movie) ist ein – laut dem Duden Universalwörterbuch – mit geringem finanziellem Aufwand produzierter, zweitklassiger Film.  Und entgegen den Produzenten von A-Klasse-Filmen lassen sich ihre Macher nicht von schlechten Kritiken entmutigen. Im Gegenteil: In fact, worse reviews may even be better for B-movie business […].

B-Movie-Zuschauer sind zumeist männlich, oftmals enthusiastische Cineasten und überdurchschnittlich gebildet und kulturinteressiert. Für sie sind die Trash-Filme eine interessante und willkommene Abwechslung vom Mainstream-Allerlei (Quelle). Filme wie Barbarella, Sharknado, Angriff der Killertomaten, Zombiber und die Insel der Dinosaurier (um nur einige zu nennen) sind allesamt Flops bei bekannten Filmbesprechungsseiten wie der IMDB oder auch Rotten Tomatoes und gelten in einschlägigen Kreisen dennoch als trashig-kultig (sic!).

Das Max-Planck-Institut wollte es genauer wissen und diesem Phänomen auf den Grund gehen. Die daraus resultierende Studie […] stellt die erste umfangreiche empirische Untersuchung zu Trash-Filmen und ihrem Publikum dar. Dabei ist es gelungen, nicht nur etablierte Annahmen über den Medienkonsum schlechter Filme mit Daten zu untermauern, sondern auch neue und überraschende Erkenntnisse über Trash-Fans und ihren Blick auf die Filme zutage zu fördern (Quelle).

Auch der SpOn hat dieses Thema aufgegriffen und Hollywoods zweiter Liga eine eigene Bilderstrecke gewidmet.

Umfassender jedoch ist die Liste The 100 Best B-Movies of All Time. Sie nennt u. a. das albernste Filme-Monster aller Zeiten, würdigt völlig zu Recht Uwe Boll (weiterführende Informationen zu Uwe Boll finden sich z. B. unter www.munzinger.de, zugänglich via www.wolfsburg.de/stadtbibliothek) und hat auch ein paar echte Überraschungen in petto.

Oh Hell No!

Sieb





Kulturmitte: Frankfurter Buchmesse 2016 – „Messe-Rundgang“ durch die Medien

19 10 2016

Buchmesse live vor Ort zu erleben, ob in Leipzig und/oder in Frankfurt am Main, das ist immer wieder ein besonderes Medien-Erlebnis, eine sehr direkte, authentische Begegnung mit Büchern, Autoren, Verlagen und ihren Messeständen, Schwerpunkt-Themen, vielen Kulturen, geschäftigen Menschen aus aller Welt usw. verbunden  mit einzigartigen audiovisuellen (Hallen-)Eindrücken. Auch ein gut vorbereiteter Messetag ist anstrengend, aber vor allem aber sehr anregend,  einprägsam, einfach unvergleichlich.

Frankfurter Buchmesse 2016, Startseite, Zugriff 19.10.16

Frankfurter Buchmesse 2016, Startseite, Zugriff 19.10.16

Wer dieses Jahr nicht zur Buchmesse fahren kann oder möchte, findet auf der Messe-Homepage, in den großen überregionalen Zeitungen DIE ZEIT, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche, taz u.a. sowie DER SPIEGEL umfangreiche Messe-Beilagen bzw. mit einem 50-Titel-Kanon von „Die Bücher unserer Zeit“ der Spiegel-Kulturedaktion um Volker Weidermann. Von Salman Rushdies „Santanischen Verse“ aus 1988 werden für jedes Jahr bis 2015 mit Michel Houellebecqs „Unterwerfung“ die „50 wichtigsten Romane der Gegenwart“ im zeitgeschichtlichen Kontext vorgestellt. Die renommierte Neue Zürcher Zeitung bietet auch Messekultur (NNZ und NZZ am Sonntag können Sie via Bibliothekshomepage und PressReader mit gültiger Bibliocard und Passwort lesen!).

Buchmesse in den Medien
DIE ZEIT
titelt „Bücher zum Träumen“ am Donnerstag vor der Messe, bietet ihren Leserinnen und Lesern zur Frankfurter Buchmesse jedes Jahr ein eigenes „Magazin“. ZEIT LITERATUR, Nr. 43, Oktober 2016, „Ja, heißt ja!“ mit der „feministischen Künstlerin Ulrike Rosenbach“ auf dem Titelbild („Art is a Criminal Act“, Fotomontage aus 1969/70). Die Ausgabe widmet sowohl dem Gastland „Flandern und die Niederlande“ als auch seinem Autor „Arnon Grünberg auf dem Hofgut Hesterberg“ viel Aufmerksamkeit, S. 4-13.

Der Fokus liegt auf Schriftstellerinnen und Schriftstellern als „Spezialisten für Extremerfahrungen“, Inhalt, S. 3. Grünberg berichtet nicht nur von seinen Erfahrungen aus Afghanistan und Irak, sondern auch vom „ukrainischen Heiratsmarkt“, als „eingewiesener“ Patient aus der Psychiatrie und seiner Recherche in Schlachthöfen. Darüber hinaus werden Neuerscheinungen zu den Themen „Er killt den Tod“, „Zum Teufel“ und „Feminismus“ vorgestellt sowie „20 Bücher für den intellektuellen Smalltalk“ von dem ZEIT-Autorenteam um Ijoma Mangold besprochen.

DER SPIEGEL, Nr. 42 vom 15.10.16 mit 50 Romane-Kanon und DIE ZEIT, Nr. 43, 13.10.16, ihrer "Messeausgabe" inkl. ZEIT LITERATUR

DER SPIEGEL, Nr. 42 vom 15.10.16 mit 50 Romane-Kanon und DIE ZEIT, Nr. 43, 13.10.16, ihrer „Messeausgabe“ inkl. ZEIT LITERATUR

Die FAZ widmet am offiziellen Eröffnungs-Dienstag ihren Leitartikel „Die Buchmesse als der ehrliche Makler“ der großen Bücherschau. Andreas Platthaus stellt darin fest, dass „Bücher nicht mehr fürs Geschäft ausreichen“. Daher wird mit dem neuen Programmsegment „The Arts+“ die „Literatur ausgeweitet“, sollen neue Besucher mit künstlerisch-kreativen Formaten angezogen werden. Die Buchmesse ist längst vom „Handelsplatz zur Kontaktbörse im Publikationsgeschäft“ geworden.

Die Süddeutsche vom 18.10.16 macht in ihrer Messebeilage mit Illustrationen von der Shakespeare-Zeit bis heute neugierig. Für diese historische Zeitreise wählt sie z.B. das „First Folio“ von Shakespeare aus, das nach seinem Tod in Frankfurt präsentiert wurde. Man erfährt, dass Mexiko innerhalb von 14 Tagen für die Sowjetunion als „Ehrengast“ eingesprungen ist, Iran von 1989 bis 1999 wg. der Fatwa gegen Rushdie auf der Messe nicht vertreten war. Schon Luther nutzte 1520 den Messeplatz Frankfurt für seine Bibel. Politische Diskurse gehörten auch immer zur Messe. Nach Benno Ohnesorgs Tod wurde an den Springer-Ständen protestiert. „Goethes Copyright“, von ihm mit „39 Landesherren“ ausgehandelt, gehört ebenso zur SZ-Revue wie 1982 Helmut Schmidt ohne Kanzleramt. Den Medienwandel vom Buch zur Elektronik sollen US-Verlage 1993 „erzwungen“ haben. Langenscheidt bot erstmals Wörterbücher auf CD-ROM an. Dass Frankfurt lange Jahre gegenüber der berühmten Leipziger Messe unterlegen war und erst 1949 wieder an Bedeutung gewann, schließt diesen ungewöhnlichen Rückblick ab.

Die genannten Zeitungen liegen im Zeitungs- und Zeitschriftenlesesaal der Stadtbibliothek im Alvar-Aalto-Kulturhaus zu den gewohnten Öffnungszeiten zur Lektüre aus.

Ehrengast Niederlande und Flandern
Zurück zur neuen Buchmesse. „Flandern & Niederlande“ mit dem Motto „Dies ist, was wir teilen“ sind die diesjährigen Ehrengäste, deren „Selbstdarstellungen“ auf der Messe in eigener Halle immer mit sehr viel Spannung erwartet werden. Hier kann man Geschichte und Gegenwart, Literatur und Kunst des jeweiligen Landes „im Original“ mit Lesungen, Mitmachaktionen usw. erleben. 1993 war der erste niederländische Gastauftritt. Also in diesem Jahr ein Wiedersehen mit Autoren, z.B. Cees Noteboom, Harry Mulisch, Margriet de Moor, Connie Palmen, Willem Hermans u.a. Der Kinder- und Jugendbuchautor Bart Moeyaert leitet den Gastlandauftritt. Noch mehr erfahren wir im Buchreport Jg. 47, Nr. 10, Oktober 2016, S. 36-40 mit einem „Branchenüberblick“.

Buchstäblich erfassen kann man all diese Zeitungen. Sie werden einem von den vielen Messerepräsentanten freundlich in die Hand gedrückt usw. Information auf Schritt und Tritt! Früher mit Verlagsprospekten, Taschen, Give aways vollgepackt als Zeichen eines erfolgreichen Messetages kann man sich heute die Messetour dank Internetauftritten etwas leichter gestalten.

Vom Deutschen Buchpreis bis zum Friedenpreis des Deutschen Buchhandels
Auf die Messe einstimmen konnte man sich mit dem Deutschen Buchpreis, mit dessen Longlist und der viel diskutierten Shortlist , so auch im letzten Literarischen Quartett von Volker Weidermann mit seinen „Berufskolleg/innen“, mit der Verleihung des „Deutschen Buchpreises“ via Livestream. Ebenso live konnte man am Dienstagabend die Vorstellung der Nominierten und die Dankesrede des mit großer Spannung erwarteten Preisträgers, Bodo Kirchhoff,  aus dem Kaisersaal am „Schirm“ verfolgen. Die Lesungen des Preisträgers und der Nominierten auf der Messe finden Sie http://www.deutscher-buchpreis.de/lesungen.
Wer Buchmessegespräche mit Autoren und Autorinnen im Fernsehen erleben möchte, muss sich meistens auf sehr späte Sendezeiten einstellen. Aber es gibt heute viele mediale Alternativen, Schriftstelle/rinnen und ihre Werke kennen zu lernen. Autorenbegegnungen, -gespräche und  Lesungen, wie man sie auf der Messe an den Verlagsständen und/oder im Frankfurter Römer, Literaturhaus Frankfurt, in Buchhandlungen, der Stadtbücherei Frankfurt und an vielen anderen Leseorten in Frankfurt und Umgebung erleben kann, z.B. das Lesefest Open Books, sind durch nichts zu ersetzen.
Besonders beeindruckend ist für mich fast immer der Messeabschluss in der Frankfurter Paulskirche mit der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im letzten Jahr an Navid Kermani, 2016 an die Publizistin Carolin Emcke für ihr couragiertes Eintreten „Gegen den Hass“. „Mit der Sorge kommt die Blindheit“ wurde sie im letzten Spiegel-Gespräch (DER SPIEGEL, Nr. 42, 15.10.16, S. 136-138)  vorgestellt. Am kommenden Sonntag, 23.10.16, 10.45 Uhr wird die Verleihung in der ARD aus der Paulskirche übertragen. Reden der Preisträgerin, Laudatorin Philosophin Seyla Benhabib u.a. werden im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels  usw. veröffentlicht. Bücher der Autorin sind in der Stadtbibliothek vorhanden, ihr jüngstes steht in Kürze zur Ausleihe bereit.

Was bietet die Buchmesse noch?
Die Buchmesse ist neben der Neuheiten- und Verlagsschau aus dem In- und Ausland immer mehr eine Informations- und Bildungsmesse zu folgenden Fokus-Themen:

Frankfurter Buchmesse, Fokus-Thmen 2016 (Zugriff 19.10.16)

Frankfurter Buchmesse, Fokus-Thmen 2016 (Zugriff 19.10.16)

Selbstverständlich gibt es auch in diesem Jahr zahlreiche Angebote für Migranten mit „Bücher sagen Willkommen“ mit Ansprechpartnern, Angeboten, Medienlisten usw.

 

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Frankfurter Buchmesse 2016 mit zahlreichen Angeboten für Migrant/innen (Zugriff 19.10.16)

 

Wo ist was?
Die Startseite der Messe bietet den Einstieg für Ticket-Kauf, Registrierung, Ausstellerkatalog, Veranstaltungskalender usw. Ein interaktiver Hallenplan gibt erste Orientierung für Literaturabteilungen, Verlagssuche usw. Nach der Registrierung können sich Besucher ihren eigenen Messe-Besuchsplan zusammenstellen. Das ist sehr zu empfehlen. So kann optimal seinen eigenen Zeit- und Wegeplan gewinnen. Natürlich kann man sich bei genügend Zeit einfach durch die Hallen „treiben“ lassen … Sehr praktisch ist die kostenlose Buchmesse-App für mobile Endgeräte.

Dort finden Sie auch die wichtigen Treffpunkte für Autoren, Verleger, Journalisten, Buchhändler, Bibliothekare, FaMIs u.a. Fachleute aus der Medienbranche zum Cafétrinken, Austausch und/ oder einfach mal kurz Hinsetzen (nach den vielen Hallenkilometern und Steh-ins an den Verlagsständen beim Zuhören, Sehen, Stöbern usw.).

Sie können sich die Messe auch auf geführten Touren im Überblick (mit Anmeldung) zeigen lassen!

Entgehen lassen sollten Sie sich nicht die Ausstellungen mit den Büchern des Deutschen Buchpreises sowie die sehr sehenswerten „Schönsten (deutschen) Bücher“ der Stiftung Buchkunst . Bibliophile Kostbarkeiten zum Anschauen und „Begreifen“, ein nicht alltägliches Erlebnis für Bücherfreunde“.

Es gäbe noch viel hervorzuheben …

Ob Leipzig und/oder Frankfurt, dezentrale Bücherschauen natürlich nicht zu vergessen, gönnen Sie sich dieses einzigartige Literatur-Lese-Erlebnis!

Annette Rugen





Kulturmitte-Theaterbesuch bei Schillers „Die Räuber“- Zum Davonstehlen?!

5 10 2016

Nachdem überall in Wolfsburg und auch bei uns in der Stadtbibliothek Plakate hingen, die für das Theaterstück „Die Räuber“ warben und ich schon lange nicht mehr im Theater gewesen bin, ließ ich mich davon überzeugen, dieses Stück zu besuchen.
Also, dank unserer zentralen Lage, mal schnell in der Mittagspause zum „Theaterpavillion“ gegangen und Karten für die Premiere gekauft.

Schillers „Die Räuber“ habe ich während meiner Schulzeit gelesen, was natürlich mein Interesse an dem Stück enorm steigerte, genau wie die Aussage, es wäre ein multimediales Theaterprojekt, da ich mir einerseits nicht so richtig etwas darunter vorstellen konnte, aber mir andererseits davon eine moderne Umsetzung erhoffte.

Die Räuber

Das Plakat, womit das Stück beworben wird

Vorweg ein paar grundliegende Informationen zu dem Stück.
„Die Räuber“ wurde von Friedrich Schiller geschrieben und erschien 1781, es ist als klassisches Drama anzusehen, welches die Rivalität zwischen zwei Brüdern behandelt, ein Familienkonflikt also, der sich aber zu einem gesellschaftlichen Konflikt entwickelt.
Franz, der zweitgeborene, fühlte sich zeitlebens benachteiligt und probiert deswegen durch Intrige zu erreichen, dass er das Erbe seines Vaters Grafen Maximilian von Moor erhält, und nicht sein Bruder Karl.
Um dies zu erreichen, fälscht Franz einen Brief, in dem von dem schlechten Benehmen Karls berichtet wird. Daraufhin beschließt der enttäuschte Vater, Karl zu enterben. Als Karl davon erfährt, sitzt er mit seinen Freunden zusammen in einer Kneipe und sie beschließen eine Räuberbande mit Karl als Anführer zu gründen.
Ziel der Bande ist es, (vermeintliches) gesellschaftliches Unrecht zu rächen.

Letztendlich, wie es typisch ist für ein Drama des Sturm und Drangs, kommen die Personen in immer stärkere Konflikte (mit ihrem Gewissen) und probieren diese Konflikte auf unterschiedliche Weise zu lösen.

Die Schauspieler

Die Schauspieler, mittig Karl von Moor und Amalia, links von Amalia, Franz von Moor, umgeben von der Räuberbande

Das Theaterstück wurde wie bereits erwähnt als multimediales Theaterprojekt beworben und das trifft es auch ganz gut.
Das erste, was einem auffiel, war die riesige Leinwand, die über der Bühne hing. Ließ man seinen Blick dann auf die Bühne schweifen, entdeckte man mehrere Greenscreens und Kameras inklusive Kameramännern. Möglich wurde diese Inszenierung erst durch den kürzlichen Umbau und Renovierung des Wolfsburger Theaters und die damit verbundene moderne Technik.

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Eine Leinwand wurde über der eigentlichen Bühne befestigt

Sinn des Ganzen:

Während man die Schauspieler auf der Bühne sieht, werden diese gefilmt und in Echtzeit mit vorgedrehten Szenen verbunden. Möglich wurde dies mithilfe einer Kooperation mit Servus TV und dem Landestheater Salzburg, sowie Regisseur Matthias Hartmann. Dadurch erschien auf der Leinwand ein Spielfilm.
Ich muss sagen: Mega cool!
Neben der Inszenierung, rein technisch gesehen, war auch die schauspielerische Umsetzung großartig. Einerseits spielten Größen wie Friedrich von Thun und Burgschauspieler Oliver Stokowski sowie Harald Serafin mit, andererseits standen Schauspielstudenten des Mozarteums auf der Bühne und ein Schauspieler gab zwischendurch immer wieder den „Erzähler“ wodurch man auch bei ein wenig eingestaubten oder keinem Wissen gut in dem Stück und der Handlung mitkam.

Mein Fazit:
Absolut sehenswert! Die moderne Umsetzung, die Schauspieler, das Gesamtbild einfach nur toll! Zusätzlich war an der Premiere Friedrich von Thun anwesend und auch die Schauspieler ließen sich nach dem Stück im Foyer blicken.

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Wir ließen uns es nicht nehmen ein Foto mit Friedrich von Thun zu schießen. (Leider bin ich nicht mit auf dem Foto, da ich hinter und nciht vor der Kamera stand)

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Auch ein Autogramm von Friedrich von Thun in das Programm Heft erhielten wir.

Falls Sie nun auch Interesse haben dieses Stück zu sehen, nur zu, es gibt noch Karten und Termine (21.10 19.30, 22.10 15.00), einfach mal hier vorbeischauen oder bei der Theaterkasse gegenüber von der City Galerie.

Man merkt: auch das Theater wird moderner, genau wie wir, die sich ja auch immer stärker mit modernen Medien beschäftigen.
Und wenn sie dann sowieso schon in der Innenstadt sind, können Sie ja auch gleich noch bei uns vorbeischauen, um sich das Buch „Die Räuber“ auszuleihen. Damit sind Sie dann bei der Theater Aufführung der Experte.

Pauline Kölsche





Die Kulturmitte – Eine Zeitreise in die schottischen Highlands

9 03 2016

Es ist das Jahr 1945: Die Krankenschwester Claire Randall und ihr Ehemann Frank sind im Urlaub in den schottischen Highlands. Die beiden besuchen längst vergessene Kultstätten und genießen ihre Flitterwochen. An einem Nachmittag unternimmt Claire einen Spaziergang zu dem Steinkreis des magischen Hügels „Craig na Dun“. Dort passiert das Unfassbare: Sie berührt den Steinkreis und reist 200 Jahre zurück in die Vergangenheit. Auf einmal befindet sie sich im Schottland des Jahres 1743, mitten in den gefährlichen Glaubensspannungen zwischen den Engländern und Schotten. Als Fremde muss Claire sich zwischen Verrat und Rebellion behaupten und als sie schließlich den mutigen Rebellen Jamie Fraser trifft, entsteht eine ungeahnte Leidenschaft, die alles verändert. Claire muss sich zwischen Zukunft und Vergangenheit entscheiden und schon bald kommt es zu einem verheerenden Krieg

Das ich vor einigen Jahren die Reihe der „Highland-Saga“ oder im englischen Orginaltitel „Outlander“ von Diana Gabaldon entdeckt habe, verdanke ich einem Blick in die hinteren Reihen unseres Bücherregals. Der erste Band „Feuer und Stein“ von insgesamt acht Bänden ist nämlich schon im Jahr 1991 erschienen und wäre so vermutlich nie in meinen Händen gelandet. Im Bereich der historischen Romane ist die Reihe aber wirklich das Beste, das ich je gelesen habe und diese unglaubliche Geschichte fasziniert mich bis heute.

FSJlerin Alina Heger mit dem Kompendium zur Highland-Saga „Der magische Steinkreis“  und dem fünften Teil der Reihe „Das flammende Kreuz“ aus der Stadtbibliothek Wolfsburg.

Die Mischung aus historischem Geschehen, fiktiver Zeitreise und einer leidenschaflichen Liebe zieht einen  Spannungsbogen durch die gesamten Bücher und als Leser fiebert man ständig mit. Der Schreibstil von Diana Gabaldon lässt sich am ehesten als kunstvoll beschreiben, denn besonders die Landschaft, die geschichtlichen Hintergründe und die Charaktere sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet und beschrieben. Besonders gefallen hat mir, dass auch Themen wie die damalige Heilkunde und Hexerei eine Rolle spielen.

Outlander Season 1

Das Cover der ersten Staffel von „Outlander“. Quelle: http://www.amazon.de.

Und auch die Charaktere sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Die Protagonistin Claire meistert ihr Schicksal tapfer, denn um zu überleben darf sie als Zeitreisende nicht auffallen und muss sich anpassen. Als Leser erhält man Einblick in ihre Gefühlswelt und insbesondere in die tiefe Liebe zu Jamie. Es gibt einige herzzerreißende Situationen in denen es auch um die Frage geht: Kann man mit Wissen aus der Zukunft die Vergangenheit verändern?

Wem die dicken Bücher zu umfangreich sind: Die ersten zwei Bücher wurden sogar in Form einer Serie verfilmt. Die erste Staffel lief letztes Jahr auf VOX und als großer Fan der Bücher habe ich sie natürlich geschaut.  Oft ist es ja so, dass der Film oder die Serie zum Buch nicht an die Qualität der Bücher heran kommen, aber „Outlander“ hat meine Erwartungen übertroffen. Die Serie empfinde ich als sehr gelungen, denn Caitriona Balfe als Claire Randall und Sam Heughan als James Fraser spielen wirklich genau so, wie ich mir die Romanfiguren vorgestellt habe. In diesem Jahr soll die zweite Staffel im Free-TV anlaufen und ich freue mich schon zu sehen, wie das zweite Buch „Die geliehene Zeit“ umgesetzt wurde.

Für Fans von packenden Liebesgeschichten und historischen Begebenheiten ist die Highland-Saga eine absolute Empfehlung. Diese Reise nach Schottland ist unvergesslich!

Alina Heger

 





Die Kulturmitte – Diesen Freitag im TV zu sehen…

24 02 2016

Das Literarische Quartett, die Literaturbesprechung im TV-Format. Zwischen Diskussion und Streit werden vier herausragende Neuerscheinungen engagiert vorgestellt.

Das Literarische Quartett

Diskutiert werden Panikherz von Benjamin von Stuckrad-Barre, Die sieben guten Jahre: Mein Leben als Vater und Sohn von Etgar Keret, Eine Frage der Erziehung von Anthony Powell und Tony Soprano stirbt nicht von Antonia Baum.

Mich interessiert die Sendung, nicht nur, weil ich die ursprüngliche Sendung mit dem Literaturpapst Reich-Ranicki und seinen Mitstreitern Hellmuth Karasek und Sigrid Löffler vermisse, sondern einfach weil die Literatur auch im Fernsehen vorkommen sollte. Ob das gelingt, hängt auch von der Gesprächskultur des neuen Quartetts ab, aber auch davon, ob genug Zeit bleibt, die Bücher auch zu besprechen. Maximal 11 Minuten pro Buch sind nicht viel Zeit und Sendezeit ist Geld, ja ja. Vielleicht wäre eine Stunde Sendezeit noch besser, denn etwas gelassener könnte es schon zugehen. Sonst heißt es wie in der Popmusik Atemlos durch die Nacht…“

Wem die Sendezeit um 23:25 Uhr nicht so liegt, hat noch die Wahl, die verpasste Sendung über das Videoportal des ZDF im Internet zu sehen, abrufbar in der ZDF Mediathek. Anregende und aufregende Besprechungen sind zu erwarten.

Viel Vergnügen dabei!

Thomas Krumpholz, Zentralbibliothek





Die Kulturmitte – Alle Jahre wieder…

23 12 2015

Ein Blick auf den Kalender zeigt: Morgen ist schon wieder Weihnachten! Und zu Weihnachten gehören natürlich auch die alljährlichen Weihnachtstraditionen. Diese Traditionen können natürlich ganz unterschiedlich ausfallen. Manch einer setzt kulinarisch zum Beispiel ganz auf die knusprige Ente auf einem Rotkohlbett mit Mandelkroketten und manche mögen es eben lieber einfach und servieren klassisch Kartoffelsalat mit Würstchen. Und auch beim Geschenke auspacken, gibt es die allbekannten, ungeduldigen „Vor-dem-Essen-Auspacker“ und die geduldigen „Nach-dem-Essen-Auspacker“.

Was aber wirklich gleich bleibt und auch schon eine Tradition zu sein scheint, ist das weihnachtliche Fernsehprogramm. Alle Jahre wieder laufen da natürlich die Klassiker, aber eben auch Blockbuster aus dem Hause Hollywood. Von Free-TV-Premiere, über Familienfilm, bis Schlager-Special, scheint für jeden Geschmack etwas dabei zu sein. Doch man hat manchmal das Gefühl, passt das eigentlich noch zu Weihnachten? Es ist wohl eher die jährliche Schlacht der TV-Sender, um die besten Einschaltquoten. Trotzdem gibt es durchaus Sehenswertes und falls Sie noch nicht in ihre Fernsehzeitung geschaut haben, gibt es hier einen kleinen Überblick.

 

FSJlerin Alina Heger

FSJlerin Alina Heger

Die Klassiker

ARD: Los geht’s am Heiligabend mit dem obligatorischen Film „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ (12:10 Uhr). Obwohl ich, mit meinen 20 Jahren, zu der neuen Generation gehöre, kenne ich natürlich den Film aus dem Jahr 1973. Er ist einfach so herrlich märchenhaft und macht mir immer Lust auf weiße Weihnachten.

ZDF: Das Warten am 24.12 versüßt Michel aus Lönneberga traditionell in „Michel in der Suppenschüssel“ (13:25 Uhr). Ja, der semmelblonde Michel gehört einfach fest in das Weihnachtsprogramm. Ein waschechter Klassiker, der Jung und Alt seit 1971 begeistert.

Sat. 1: Zur Primetime am 24.12 läuft wieder „Kevin-allein zuhause“. Ich muss gestehen ich habe den Film noch nie gesehen. Und auch dieses Jahr läuft er zu einer  ziemlich ungünstigen Sendezeit. Aber als eine der erfolgreichsten Komödien aller Zeiten, muss er ja sehr witzig sein.

 

Free-TV-Premieren:

RTL: Am 1.Weihnachtstag lockt RTL mit den Minions! Sie wissen schon, das sind diese quietschgelben „Gute-Laune Figuren“, die einen totalen Hype ausgelöst haben. Man findet sie ja momentan auf alles mögliche drauf gedruckt. Die Minions sind aber auch seeeeehr süß und der Film „Ich- einfach unverbesserlich 2“ (20:15 Uhr) bietet Spaß für die ganze Familie.

Sat. 1: Doch auch bei der Konkurrenz kommt um 20:15 Uhr ein echter Knüller. „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ ist wirklich ein grandioser, fantasievoller Film – ein Muss für alle Herr der Ringe Fans!

 

Ruhigere Töne:

ZDF: Am 24.12 zeigt der öffentlich-rechtliche Sender „Heiligabend mit Carmen Nebel“ (20:15 Uhr). Und einen Tag später vertraut man ganz auf die Lieblings-Blondine der Deutschen: Helene Fischer! Ich persönlich finde, dass man sie mittlerweile zu viel in Fernsehen und Werbung sieht. Aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Bevor jedoch um 20:15 Uhr die „Helene-Fischer Show“ beginnt, hält der Bundespräsident die Weihnachtsansprache (19:08 Uhr).

Sie sehen es lohnt sich durchaus mal reinzuschalten. Doch auch wenn Sie es nicht tun sollten, Weihnachten ist ja hauptsächlich ein Fest der Familie und Besinnlichkeit , da kann die Flimmerkiste auch mal ausbleiben.

In diesem Sinne ein frohes Fest und schöne Feiertage.

Alina Heger