Ermittlerin in Sachen Liebe von Alexandra Potter

14 11 2017

Ruby Miller ist Autorin von Liebesromanen, wobei sie meint man könne auch Detektivromane dazu sagen. Denn warum verlieben sich Menschen ineinander? Am liebsten beschäftigt sie sich mit der Frage, wie sich zwei Menschen kennengelernt haben.

Doch nun leidet sie an einer Schreibblockade und ihre Lektorin Diana rät ihr sich mal eine Auszeit zu gönnen und so landet Ruby unvermittelt auf Besuch bei ihrer jüngeren Schwester Amy in Indien. Diese befindet sich gerade auf Weltreise, bevor sie zusammen mit Ruby nach London zurückkehren wird, um einen Job an einer hochangesehenen archäologischen Forschungseinrichtung anzutreten. Ruby erhofft sich einfach nur eine Woche Strandurlaub mit ihrer Schwester. Doch wie man es selbst so kennt, wann geht schon mal ein Plan auf?

Denn blöderweise hat sich ihre Schwester ausgerechnet in einen Yogalehrer namens Shine verliebt. Das heißt man wird kurzer Hand zur nächsten Yogastunde geschleift und anstatt sich in eine dunkle Ecke, wo niemand der anderen Teilenehmer einen sehen kann, zu verkriechen landet man natürlich, wie auf dem Präsentierteller, in der ersten Reihe.

Nachdem es endlich Zeit für die Rückreise wird verabreden Ruby und ihre Schwester sich am Flughafen. Doch wer taucht dort nicht auf? Richtig: Amy. Das Problem nur, der Check-In für den Flug soll gleich geschlossen werden und nur ihre Mailbox ist zu erreichen. Dann endlich ein Anruf, doch die Neuigkeiten sind alles andere als gut, denn Amy hat natürlich nicht vor zurück nach London zu fliegen, sondern möchte stattdessen mit Shine durchbrennen, damit die beiden heiraten können.

Als große Schwester heißt es nun selbstverständlich diese Hochzeit um jeden Preis zu verhindern und so findet sich Ruby statt im Flieger nach London, auf einer 31 stündigen Zugfahrt nach Dehli wieder. Wobei dies erst der Anfang einer Reise quer durch Indien sein soll.

Die Zugfahrt wäre allein schon anstrengend genug, doch zu allem Überfluss wird Ruby, kaum dass sie sich in ihrer Koje ausgestreckt hat, von einem hartnäckigen, nerv tötenden und Strohhut tragenden Amerikaner namens Jack, welcher steif und fest behauptet, dass dies sein Platz wäre, daraus vertrieben. Sie hat lediglich eine Reservierung für einen Platz, bei dem erst zwei Sitze zusammen geschoben werden müssen, was heißt, dass man darauf warten muss, dass der Mitreisende sich in die darüber liegende Schlafkoje begibt, damit man selbst schlafen kann.

Auf so einer Fahrt muss man selbstverständlich auch etwas essen, aber das Problem ist, kaum dass die Gabel voll Dhal Rubys Zungenspitze berührt, denkt sie, dass ihre Geschmacksknospen in Flammen stehen. Sichtlich amüsiert darüber, kann der Amerikaner Jack sich seine Kommentare dazu nicht verkneifen und Ruby entgegnet bloß, dass sie ja eigentlich eh gar keinen Hunger hätte. Doch ihr Magen dürstet nach etwas zu Essen und da kommt einer kleiner Junge, der neben Coca Cola und Chips auch Schokoladenriegel verkauft, gerade recht. Jedoch werden diese ihr zum Verhängnis!

Denn nach dem Verzehr kann Ruby sich zunächst nicht daran erinnern, wo sie sich eigentlich befindet, um nur kurz darauf feststellen zu müssen, dass sie ihres Gepäcks bestohlen wurde und sie sich nun mutterseelenallein am Zielbahnhof befindet. Als sie nun in Panik den Zug verlässt, sieht sie den rettenden Strohhalm in Form eines ihr bekannten Strohhutes, der aus der riesigen Menschenmenge hervorsticht. So stolpert sie nun regelrecht in die Arme des Amerikaners, der sich ihrer annimmt und zusammen mit einem indischen Fahrer namens Rocky, Ruby auf ihrer Reise quer durch Indien begleitet. Das heißt viele Kilometer zusammengepfercht auf dem Rücksitz mit Jack muss Ruby nun notgedrungen über sich ergehen lassen. Was dieses kuriose Gespann alles auf ihren Roadtrip durch Indien und der Suche nach Amy erlebt sei hier nicht weiter verraten.

Fazit: Bei der Lektüre „Ermittlerin in Sachen Liebe“ wurde ich wirklich positiv überrascht, was sich doch alles hinter diesem ehrlich gesagt unscheinbaren und nicht allzu ansprechenden Covers, entgegen wie man es von den heutigen gewöhnt ist, alles verbirgt. Die Geschichte ist voller Wortwitz, den man hier gar nicht wieder geben kann, verfasst. Man erhält zudem auf sehr amüsante Weise einen Einblick in die indische Denk- und Lebensweise. Wer nun denkt es handelt sich hierbei bloß um einen seichten nullachtfünfzehn Roman wird eines besseren belehrt, denn aus vielen kleinen Puzzlestücken in Form von Liebes- und Lebensgeschichten, entspannt sich am Ende ein großes Ganzes, dessen Bandbreite sich erst am Ende der Lektüre vollends enthüllt. Ich bin auf dieses Buch lediglich gestoßen, weil ich irrtümlich den zweiten Band über Ruby Miller begonnen und diesen dann erst einmal an die Seite gelegt hab, um den Vorgänger zu verschlingen.

Wer also wissen möchte, was die Protagonistin Ruby Miller auf ihrer nächsten Reise alles erlebt, dem empfehle ich den Nachfolge-Band „Love from Paris“, welcher im Oktober 2016 erschienen ist.

Wie der Titel schon verheißen lässt geht es dieses Mal in die Metropole der Liebe schlechthin, nämlich nach Paris, dort besucht Ruby ihre Freundin Harriet. Diese arbeitet in einem Auktionshaus und nimmt sie kurzerhand mit zu einem ihrer Aufträge, wobei es sich um den Nachlass einer 95-jährigen Dame handelt. In deren Wohnung stößt Ruby auf ein Bündel Briefe, aus welchem ein Zettel herausfällt. Es ist eine Notiz an einen mysteriösen H., welchen die Verstorbene in aller Eile und kurz vor der Flucht im Ersten Weltkrieg, an ihre heimliche Liebschaft begonnen hat zu verfassen. Neugierig geworden nimmt Ruby die Briefe an sich und beginnt mit der Lektüre. Wissbegierig begibt Ruby sich auf Spurensuche, um herauszufinden, was aus dem Liebespaar geworden ist.

 

Folgende Titel der Autorin Alexandra Potter sind in der Bibliothek ausleihbar:

2008: Ein Mann wie Mr. Darcy

2009: Heute schon geträumt?

2013: Der Wunschtraummann

2014: Ermittlerin in Sachen Liebe

2016: Love from Paris

 

Britta Borchert


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