Kulturmitte – Luzide Träume: bitte was?

25 01 2017

Obwohl wir die „dunkle Jahreszeit“ langsam aber sicher hinter uns lassen, sind die Nächte immer noch sehr lang und die Welt da draußen ist in letzter Zeit auch nicht sehr einladend… Wäre es da nicht toll, wenn man trotzdem alles Mögliche erleben könnte, bei bestem Wetter, und das ganz ohne sein Bett zu verlassen?!

Das geht! Mit sogenannten Klarträumen oder luziden Träumen.

Doch was sind Träume überhaupt?

Darauf gibt es keine einheitliche Antwort.

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Die Wissenschaft sagt, dass das Gehirn eine eigene Region für das Träumen hat, hier wird das REM (dazu später mehr) aktiviert und das Gehirn „bastelt“ aus vielen Impulsen einen Traum zusammen.

Die Psychologie geht davon aus, dass Träume eine Art Sicherheitsmechanismus für das Unterbewusstsein sind. Im Traum wird all das vollzogen, was im Wachzustand liegengeblieben ist, sodass das Unterbewusstsein sich aller Informationen entladen kann.

Die dritte große Meinung ist, dass Träume der Zusammenfassung und Verarbeitung des am Tag Erlebten dienen.

Die Art des luziden Träumens muss man allerdings erst erlernen, aber durchaus kommt es vor, wenn auch selten, dass Personen ohne ihr eigenes Zutun Klarträume erleben.

Für den Großteil trifft dies aber nicht zu, daher hier ein kleiner Exkurs zum Thema „Luzides Träumen“.

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Schaubild Hirnwellen (http://relaxme.ch/)

Es gibt verschiedene Wellen in denen unser Gehirn arbeitet. Tagsüber, wenn wir wach sind, arbeitet es in Beta Wellen, beim Ausruhen und Entspannen in Alpha Wellen.

Nun kommen noch Traumphasen hinzu. Die erste Phase ist der Halbschlaf, dies ist zwischen Schlaf und Wachsein, die Muskeln lockern sich und erste Bilder treten vor dem geistigen Auge auf.

Nach dieser Phase folgt für etwa 20 Minuten der flache Schlaf, hier arbeitet das Gehirn in Theta Wellen und man kann noch leicht geweckt werden.

Nun folgt der tiefe Schlaf, das Gehirn arbeitet in Delta Wellen, das Herz schlägt langsamer, der Atemrhythmus verlangsamt sich. Wenn man aus dieser Phase geweckt wird, ist man kurz desorientiert.

Danach kommt man wieder in den flachen Schlaf und dann in den Tiefschlaf, dieses Abwechseln erfolgt für etwa 90 bis 120 Minuten und wird N-REM genannt.

Hiernach folgt die vierte und für Klarträume wichtigste Phase: REM für „Rapid Eye Movement“. In dieser Phase beginnt das eigentliche Träumen, das Gehirn arbeitet in Beta Wellen wie im Wachzustand, der Blutdruck steigt, das Herz schlägt wieder schneller. Der Unterschied zum Wachsein: Jegliche Körperbewegungen sind blockiert. (Wenn man aus dieser Phase aufwacht bzw. geweckt wird, kann es zu Schlafparalyse kommen, das heißt man ist wach, kann sich aber einige Sekunden lang nicht bewegen, der komplette Körper ist paralysiert bzw. gelähmt.)

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Schaubild Schlafphasen (http://www.fitforfun.de/)

Nach der REM Phase kehrt man in die zweite Phase, den flachen Schlaf, zurück, es folgt N-REM und dann wieder REM, mit jedem Mal wird diese Phase länger.

Dieser Ablauf: Halbschlaf, flacher Schlaf, tiefer Schlaf, N-REM, REM, flacher Schlaf, N-REM, REM … wiederholt sich bis zum Aufwachen.

Und wie erlebt man nun Klarträume?

Es beginnt damit, dass man sich vornimmt, sich jeden Tag mindestens einen Traum zu merken. Vor dem Einschlafen denkt man daran, dass man träumen will und dass man sich an die Träume erinnern will. Hierdurch wird das Unterbewusstsein angesprochen und man beginnt sich an seine Träume zu erinnern. Man sollte des Weiteren ein Traumtagebuch anlegen, wo man seine Träume mit Titel und Datum versehen, notiert. Dieses Notieren sollte zu einer Gewohnheit werden und sofort nach dem Aufwachen erfolgen.

Damit man nun im Traum erkennt, dass man träumt, führt man sogenannte Realitätstests durch. Durch diese erkennt man, dass man im Traum ist und kann beginnen, den Traum so zu gestalten, wie man es möchte.

Realitätstests müssen im Wachzustand zur Gewohnheit werden, damit sie auch im Traum funktionieren. Ein Realitätstest ist es beispielsweise, dass man auf die Uhr guckt, wegguckt und nochmal die Uhrzeit abfragt. Hat diese sich nun massiv verändert, befindet man sich im Tram, denn in Träumen gehen Uhren in der Regel nicht richtig.

Damit man mehr Zeit in seinem Klartraum hat, gibt es Möglichkeiten die Traumphase zu verlängern, hier sehr anschaulich nachzulesen.

Doch was bringt es einem überhaupt, Klarträume zu erleben?

Davon abgesehen, dass man im Traum dadurch Sachen wie Fliegen und ähnliches, also alles was man sich vorstellen kann, erleben kann, dienen Klarträume auch der Behandlung von Albträumen, da sie es ermöglichen den Inhalt des Traumes zu beeinflussen.[1][2]

Das Buch, welches mich überhaupt erst auf dieses Thema gebracht hat, ist folgendes:

„GoodDreams: Wir kaufen deine Träume“ von Claudia Pietschmann.

„Leah will nicht mehr träumen. Zu sehr treibt sie die Angst um, nicht in die Realität zurückkehren zu können. Ihr Zwillingsbruder Mika versteht Leah nicht. Er ist Profiträumer und verdiente lange mit seinen Träumen Geld. Geld, das die Geschwister dringend für ihren kranken Vater brauchen. Eines Tages erhält Mika eine anonyme E-Mail und damit die Chance auf 250.000 Dollar: Er soll bei einem geheimen Spiel mitmachen und gegen drei andere Jugendliche antreten. Das Ziel des Spiels? Ungewiss. Der Startpunkt? Im Traum. Das Problem: Seit Mika an Schlafstörungen leidet, ist für ihn ans Träumen nicht mehr zu denken. Ihre einzige Chance ist Leah. Sie muss ihre Angst überwinden und in den Traum eines Unbekannten aufbrechen. In einen Traum, der zum Albtraum wird – und der etwas enthüllt, das Leah und die gesamte Menschheit erschüttern wird …“

20170125_091403_richtonehdrDas Buch dreht sich neben den Träumen, auch um ein anderes großes Thema: welchen und wie viel Platz soziale Netzwerke in unserem Leben einnehmen. Denn in der Welt von GoodDreams verdient man mit Likes, die man auf seine hochgeladenen Träume bekommt, Geld.

Das Buch wird aus vielen verschiedenen Perspektiven geschildert, wodurch man anfangs etwas Schwierigkeiten hat, in das Buch hinein zu kommen. Dies gibt sich aber nach den ersten paar Kapiteln und man ist dankbar für die vielen verschiedenen Perspektiven, da sie einem ganz neue Blickwinkel auf das Geschehen im Buch ermöglichen.

Der Schreibstil ist fließend und mitreißend, die Spannung steigert sich im Laufe des Buches immer mehr, wodurch das Ende etwas abrupt kommt. Zwar sind alle wichtigen Punkte geklärt, aber dennoch endet das Buch offen genug für eine Fortsetzung

Wer noch mehr über Träume erfahren möchte, kann sich natürlich bei uns Bücher dazu ausleihen oder nach Vorträgen von Apl. Prof. Dr. Michael Schredl Ausschau halten. Dieser hielt erst vor Kurzem einen Vortrag an der Universität Hildesheim, welcher sehr interessant war.

Gute Träume!

Pauline Kölsche

[1] http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/schlaf/traeume/pwieluzidestraeumentraeumebewusststeuern100.html

[2] http://traum-welt.org/kurs.html


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