Kulturmitte – „Bleibt mir fern mit euren E-Books!“

16 11 2016

Ich habe eine Abneigung gegen E-Books. Warum vermag ich gar nicht so genau zu sagen.

Deswegen auch diese Kulturmitte.

Beginnen wir am Anfang: Wie definiert das Internet denn „E-Books“?

>>E-Books auch „eBook“ oder „E-Buch“: pluralisierte Abkürzung für „electronic book“. Bezeichnet Bücher als digitale Dokumente. Das gängige Dateiformat von eBooks ist dabei das „Portable Document Format“ („PDF“) von Adobe Systems. […] Besonders in den letzten Jahren ist das Interesse an E-Books gewachsen. Mit Lesegeräten (z.B. Amazons Kindle) ist es möglich, über einen Online-Shop gekaufte Dokumente unterwegs zu lesen […]<< [1]

Okay, soviel dazu. Ich muss sagen, Bücher, die unter diese Kategorie fallen, sind nicht so meins, vor allem, weil ich es unangenehm finde, stundenlang auf einen Bildschirm zu starren. Also habe ich wohl auch, oder viel eher, eine Abneigung gegen E-Book-Reader.

Als Kontrast einmal die Definition von „Buch“:

>>Ein Buch ist nach traditionellem Verständnis eine Sammlung von bedruckten, beschriebenen, bemalten oder auch leeren Blättern aus Papier oder anderen geeigneten Materialien, die mit einer Bindung und meistens auch mit einem Bucheinband (Umschlag) versehen ist. […]

Zudem werden einzelne Werke oder große Text­abschnitte, die in sich abgeschlossen sind, als Buch bezeichnet, insbesondere wenn sie Teil eines Bandes sind. […]<< [2]

Okay, so oder so ähnlich hätte ich „Buch“ wohl auch definiert.

Nun zurück zu meiner Abneigung. Diese ergibt sich wohl mehr aus meiner Zuneigung für „normale“ Bücher.

Kennen Sie den Geruch eines frisch gekauften, noch fast druckfrischen Buches, das zum ersten Mal geöffnet wird? Oder den typischen Geruch von Bibliotheken? Das Gefühl des Gewichtes eines dicken Schmökers auf dem Schoß?

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Bücher über Bücher, so gefällt mir das, hier bei uns in der Stadtbibliothek kann man es länger aushalten.

Nein? Da haben Sie aber was verpasst.

Ja? Super, dann haben wir eine gemeinsame Basis und Sie verstehen mich wahrscheinlich.

Denn diese Dinge, und noch viel mehr, gehören bei mir einfach zum Lesespaß dazu. Ein E-Book bietet das nun mal nicht.

Sie mögen jetzt zwar einerseits zustimmend mit dem Kopf nicken, aber andererseits denken, dass E-Books bzw. E-Book-Reader auch viele Vorteile haben.

Das haben Sie, da stimme ich Ihnen voll und ganz zu.

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Der Thalia Tolino stellvertretend für alle E-Book-Reader (Quelle: conrad.de)

Allein das Gewicht und das „Handling“.

Auf so einem E-Books Reader kann man je nach Speicherkapazität etliche, und wir reden hier von etlichen in Sinne von bis zu 1000 Büchern pro Gigabyte, speichern. Probieren sie mal so viele Bücher als „klassisches“ Format irgendwo mit hin zunehmen. Das gestaltet sich dann doch ein wenig schwierig.

Wichtiger als die Speicherkapazität ist für viele aber tatsächlich das Gewicht. Die Speicherkapazität lässt sich bei vielen Readern mit Speicherkarten erweitern, 100 Gramm mehr lassen sich aber schwieriger entfernen. Die leichtesten der E-Book-Reader wiegen gerade mal etwas mehr als 100g, also im Grunde eine Tafel Schokolade mit etwas schwererer Verpackung.

Man unterscheidet bei E-Book-Readern zwischen zwei Varianten. Einmal Reader, die mit E-Ink arbeiten, und die, die mit LCD Displays arbeiten.

Reader, die mit E-Ink arbeiten, haben eine wesentlich längere Akkulaufzeit (mehrere Wochen), da nur Energie beim Umblättern benötigt wird. E-Ink ist sehr kontrastreich und man kann auch in der Sonne problemlos lesen. Wenn man allerdings auch im Dunkeln ohne Leselampe lesen möchte, benötigt man einen Reader mit Hintergrundbeleuchtung.

Des Weiteren können keine Videos oder farbige Bilder wiedergegeben werden, jedoch ist das nur bei bildlastigen Büchern ein Problem.

Diese „Probleme“ treten bei E-Book-Readern mit LCD Displays nicht auf, diese sind aber seltener vertreten. Sie können Videos abspielen, lassen sich im Dunkeln lesen und geben Bilder farbig wieder. Jedoch ist deren Akkulaufzeit wesentlich kürzer, mit maximal etwa 8 Stunden und sie lassen sich schlecht in der Sonne lesen.

Betrachtet man den finanziellen Teil, den E-Books und E-Book-Reader bieten, so ist anzumerken, dass man zwar für die Anschaffung des Readers etwas tiefer in die Tasche greifen muss, danach aber bei den E-Books oftmals 20% beim Preis im Vergleich zu den klassischen Büchern spart.

Was mich jedoch doch stark bei E-Books bzw. E-Book-Readern stört ist, dass ich mich mit dem Kauf des Readers auf einen Anbieter festlege. Wenn ich einen Amazon Kindle habe, kann ich damit nur E-Books in Amazons Standard lesen.

Alle anderen (Thalia, Sony, Kobo, Weltbild) haben sich auf das Format „ePub“ geeinigt.

Dadurch kann man mit solch einem Reader aber oftmals auch E-Books in Bibliotheken ausleihen (auch bei uns).

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Unsere Onleihe: Hier können sie E-Books ausleihen.

Es ist aber nicht unbedingt nötig, sich einen E-Book-Reader anzuschaffen, wenn man E-Books lesen will. Oftmals gibt es schon Apps, die E-Books anzeigen.

Lesen auf dem Handy, Laptop, etc. wird aber oftmals als unkomfortabler als Lesen auf dem speziellen Reader wahrgenommen.[3]

Nun habe ich mich intensiv mit den Vor- und Nachteilen von E-Books und eBook-Readern auseinander gesetzt.

Hat das meine Meinung geändert? Ein wenig vielleicht.

Ich bevorzuge aber weiterhin klassische Bücher, das Gewicht, der Geruch, das Aussehen und wer könnte zu einem Papierschnitt im Finger schon „Nein“ sagen. Gut, auf letzten Punkt könnte ich doch verzichten.

Doch egal ob E-Book oder klassisches Buch, neue Studien haben ergeben, dass Bücher bzw. Lesen einfühlsamer machen und einen Mimik und Emotionen anderer besser entschlüsseln lassen.

Hierbei ist aber das Genre noch von Interesse: Krimis und Liebesgeschichten stärken diese Fähigkeiten stärker, als Sachbücher oder Science-Fiction.[4] Egal ob als E-Book oder als klassisches Buch gelesen.

Abschließend muss ich sagen: E-Books sind ganz praktisch, vielleicht lese ich doch das ein oder andere eBook auf dem iPad, wir werden sehen.

[1] https://definition.cs.de/ebooks/

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Buch

[3] http://www.focus.de/digital/multimedia/die-abloesung-des-papiers-kaufberatung-e-book-reader_aid_673657.html

[4] Editorial der Brigitte 21/2016

Pauline Kölsche


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2 responses

16 11 2016
Hans

Sehr schöner ausgewogener Beitrag zum Thema, das hat mir gut gefallen!
Vielen Dank Pauline!

16 11 2016
Stadtbibliothek Wolfsburg

Danke, Hans!

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