Lesung im Rahmen der Deutsch-Russischen Tage am 18.10.2016

27 10 2016

Ort:                          Stadtbibliothek Wolfsburg

Zeit:                         Dienstag, 18. Oktober 2016, 19:00 Uhr

Texte:

Alexander Puschkin: Der Postmeister

Sergej Lebedew:       Der Westen ist wieder der Feind

Sprecher:                 Reinhard Altenberg

Musik (Gitarre):     Wulf Winter

Berühmt geworden ist Puschkin vor allem durch seine Versdichtungen, die in ihrem Umfang etwa die Hälfte seines Werks ausmachen: Verserzählungen (Eugen Onegin), Märchen, Dramen (Boris Godunov) und lyrische Texte (ca. 800). Die Prosaerzählung Der Postmeister ist 1831 erschienen. Nach Kindlers Neuem Literaturlexikon ist dies wohl die bedeutendste Erzählung aus dem berühmten Zyklus Povesti Belkina, mit dem Puschkin die realistische Prosa der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts begründete und sowohl in sprachlicher als auch thematischer Hinsicht wegweisend beeinflusste. Der Puschkin-Biograph Rolf-Dietrich Keil sagt zum Stil der Erzählung:

„Es gibt keine unnötige Beschreibung und wenig Dialoge. Alles ist Handlung.“ Und Puschkin selbst über sein Werk: „Jedenfalls muss man Erzählungen so schreiben, einfach, kurz und klar.“

russland-mein-schicksal-140_v-varm_7cbad0

Alexander S. Puschkin

Der Postmeister wurde 1940 in Deutschland mit Heinrich George und Hilde Krahl prominent verfilmt, nach dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 aber nicht mehr gezeigt – wegen des zu sympathischen Bildes der russischen Menschen, die jetzt als Feinde anzusehen waren. In einer Neuverfilmung (1955) wurde der Postmeister von Walter Richter dargestellt.

Wie man die Menschen im heutigen Russland Putins einschätzen kann, zeigt ein Text des 1981 in Moskau geborenen und dort lebenden Schriftstellers Sergej Lebedev: Der Westen ist wieder der Feind. Die Zeitung, für die Lebedev in den vergangenen Jahren schrieb, wurde während des Ukraine-Konflikts verboten. Zuletzt erschien sein Roman Menschen im August (S. Fischer Verlag).

Die Vergegenwärtigung russischen Lebens im 19. Jahrhundert durch ein „klassisches“ Stück Literatur und der Vergleich zum heutigen Reich Putins und seinen Menschen diente als anregende Grundlage für das anschließende Gespräch.

Die musikalische Begleitung durch Wulf Winter ermöglichte den Zuhörern, das Gehörte in eigene Erfahrungen einzubeziehen und bei den Gitarrenklängen darüber nachzudenken.

Klassiker wie auch moderne russische Autoren sind im Bestand der Stadtbibliothek zu finden. Die russische Bibliothek in der Stadtteilbibliothek Westhagen bietet dabei einen Schwerpunkt.

Reinhard Altenberg


Aktionen

Information

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: