Kulturmitte-Theaterbesuch bei Schillers „Die Räuber“- Zum Davonstehlen?!

5 10 2016

Nachdem überall in Wolfsburg und auch bei uns in der Stadtbibliothek Plakate hingen, die für das Theaterstück „Die Räuber“ warben und ich schon lange nicht mehr im Theater gewesen bin, ließ ich mich davon überzeugen, dieses Stück zu besuchen.
Also, dank unserer zentralen Lage, mal schnell in der Mittagspause zum „Theaterpavillion“ gegangen und Karten für die Premiere gekauft.

Schillers „Die Räuber“ habe ich während meiner Schulzeit gelesen, was natürlich mein Interesse an dem Stück enorm steigerte, genau wie die Aussage, es wäre ein multimediales Theaterprojekt, da ich mir einerseits nicht so richtig etwas darunter vorstellen konnte, aber mir andererseits davon eine moderne Umsetzung erhoffte.

Die Räuber

Das Plakat, womit das Stück beworben wird

Vorweg ein paar grundliegende Informationen zu dem Stück.
„Die Räuber“ wurde von Friedrich Schiller geschrieben und erschien 1781, es ist als klassisches Drama anzusehen, welches die Rivalität zwischen zwei Brüdern behandelt, ein Familienkonflikt also, der sich aber zu einem gesellschaftlichen Konflikt entwickelt.
Franz, der zweitgeborene, fühlte sich zeitlebens benachteiligt und probiert deswegen durch Intrige zu erreichen, dass er das Erbe seines Vaters Grafen Maximilian von Moor erhält, und nicht sein Bruder Karl.
Um dies zu erreichen, fälscht Franz einen Brief, in dem von dem schlechten Benehmen Karls berichtet wird. Daraufhin beschließt der enttäuschte Vater, Karl zu enterben. Als Karl davon erfährt, sitzt er mit seinen Freunden zusammen in einer Kneipe und sie beschließen eine Räuberbande mit Karl als Anführer zu gründen.
Ziel der Bande ist es, (vermeintliches) gesellschaftliches Unrecht zu rächen.

Letztendlich, wie es typisch ist für ein Drama des Sturm und Drangs, kommen die Personen in immer stärkere Konflikte (mit ihrem Gewissen) und probieren diese Konflikte auf unterschiedliche Weise zu lösen.

Die Schauspieler

Die Schauspieler, mittig Karl von Moor und Amalia, links von Amalia, Franz von Moor, umgeben von der Räuberbande

Das Theaterstück wurde wie bereits erwähnt als multimediales Theaterprojekt beworben und das trifft es auch ganz gut.
Das erste, was einem auffiel, war die riesige Leinwand, die über der Bühne hing. Ließ man seinen Blick dann auf die Bühne schweifen, entdeckte man mehrere Greenscreens und Kameras inklusive Kameramännern. Möglich wurde diese Inszenierung erst durch den kürzlichen Umbau und Renovierung des Wolfsburger Theaters und die damit verbundene moderne Technik.

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Eine Leinwand wurde über der eigentlichen Bühne befestigt

Sinn des Ganzen:

Während man die Schauspieler auf der Bühne sieht, werden diese gefilmt und in Echtzeit mit vorgedrehten Szenen verbunden. Möglich wurde dies mithilfe einer Kooperation mit Servus TV und dem Landestheater Salzburg, sowie Regisseur Matthias Hartmann. Dadurch erschien auf der Leinwand ein Spielfilm.
Ich muss sagen: Mega cool!
Neben der Inszenierung, rein technisch gesehen, war auch die schauspielerische Umsetzung großartig. Einerseits spielten Größen wie Friedrich von Thun und Burgschauspieler Oliver Stokowski sowie Harald Serafin mit, andererseits standen Schauspielstudenten des Mozarteums auf der Bühne und ein Schauspieler gab zwischendurch immer wieder den „Erzähler“ wodurch man auch bei ein wenig eingestaubten oder keinem Wissen gut in dem Stück und der Handlung mitkam.

Mein Fazit:
Absolut sehenswert! Die moderne Umsetzung, die Schauspieler, das Gesamtbild einfach nur toll! Zusätzlich war an der Premiere Friedrich von Thun anwesend und auch die Schauspieler ließen sich nach dem Stück im Foyer blicken.

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Wir ließen uns es nicht nehmen ein Foto mit Friedrich von Thun zu schießen. (Leider bin ich nicht mit auf dem Foto, da ich hinter und nciht vor der Kamera stand)

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Auch ein Autogramm von Friedrich von Thun in das Programm Heft erhielten wir.

Falls Sie nun auch Interesse haben dieses Stück zu sehen, nur zu, es gibt noch Karten und Termine (21.10 19.30, 22.10 15.00), einfach mal hier vorbeischauen oder bei der Theaterkasse gegenüber von der City Galerie.

Man merkt: auch das Theater wird moderner, genau wie wir, die sich ja auch immer stärker mit modernen Medien beschäftigen.
Und wenn sie dann sowieso schon in der Innenstadt sind, können Sie ja auch gleich noch bei uns vorbeischauen, um sich das Buch „Die Räuber“ auszuleihen. Damit sind Sie dann bei der Theater Aufführung der Experte.

Pauline Kölsche


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