Kulturmitte: mit radiooooo.com entschleunigt Musik hören

10 08 2016

Seit 2013 gibt es sie – die virtuelle Musikzeitmaschine radiooooo.com. Bei dem Startup aus Paris durchwühlen und sortieren noch echte Menschen täglich Berge von Musik, um sie auf der Plattform zu präsentieren. Und das quer durch die Musikgeschichte aller Kontinente des Erdballs. Keine Algorithmen und somit auch keine Empfehlungen, was andere Nutzer, die einen bestimmten Titel hörten, sonst noch gerne an Musik mögen. Und deshalb auch kein Ranking, welcher Titel auf der Beliebtheitsskala ganz oben steht.

Durch Musikupload kann der Nutzer das Musikangebot erweitern

Die Musikauswahl ist subjektiv und richtet sich nicht nach dem, was die Mehrheit der Hörer besonders gern mag. Allerdings bedeutet das nicht, dass die kostenlos nutzbare Streaming-Website in der Betaversion ohne das Engagement der Nutzer auskommt.

Denn auch durch den Musik-Upload der User wird das radiooooo.com – Angebot stetig erweitert. Wer sich zum Beispiel mal die Weltkarte, das Hauptmusikauswahlinstrument auf der Website von radiooooo.com ansieht, der sieht, dass das auch noch nötig ist, denn zwischen viel Gelb gibt es da auch noch den ein oder anderen weißen Fleck.

Die 60er in China, die 70er in Bangladesh, Aktuelles aus dem Senegal

„Weiße Länder“ sind Länder, die keinen Song im Programm haben, im Gegensatz zu den gelb getünchten Landflächen, die radiooooo.com musikalisch schon erschlossen hat.

radiooooocom Weltkarte

Song aus Bagladesh aus den 70ern gefällig?

Bisher gibt es 21.000 Titel zum Hören, darunter auch verborgene musikalische Schätze. Wer zum Beispiel Interesse an chinesischen Songs aus den 60er Jahren hat oder auf der Suche nach aktuellen Beiträgen aus dem Senegal ist, kann das auf radiooooo.com alles finden.

“Pick a country, pick a decade, select your mood”

Stichwort „Finden“: Das Suchen und Finden ist wirklich sehr leicht: “Pick a country, pick a decade, select your mood”. Mehr muss man nicht wissen! Ich gehe aufs Ganze, tippe mit dem Zeigefinger auf China, markiere „slow“ und „weird“ und wähle dann „1960“ aus.

Mal was anderes: was hörten Chinesen in den 60ern?

Mal was anderes: was hörten Chinesen in den 60ern denn so?

Was ich dann höre, ist ein Song, der tatsächlich noch etwas verborgener und ungeschliffener klingt als diejenige chinesische Unterhaltungsmusik, die einem sonst so in den Ohren liegt. Aber das kann Zufall oder individuelle Wahrnehmung sein.

Nicht ganz sicher bin ich bei den 3 Mood-Button. Fast und slow – das ist klar! Was aber genau ist die Funktion des weird („schräg“)–Button? Kann ich nicht ganz einschätzen. Man kann ihn kombinieren mit fast oder slow oder mit beiden. Die Musik ist dann entweder noch schneller oder greller, schräger oder schriller.

Mit dem Taxi Playlists erstellen

Mit „dem Taxi“ Playlists erstellen

Mit dem Taxi durch die Welt der Musik

Der Taxi-Button lässt mich meine eigene Playlist erstellen und ein weiterer Service ist der Buy-Button, der mich direkt zu iTunes weiterlenkt. Falls mein radiooooo.com-Titel hier erhältlich ist, kann ich ihn mir sogar kaufen. Schön oder selbstverständlich, dass es radiooooo.com auch als App für Android und iOS gibt und genau so selbstverständlich im Grunde genommen, dass ich meine Lieblinglingssongs über soziale Medien wie Facebook, Twitter und Instagram teilen kann.

Ich kann nur jedem empfehlen, mal in radiooooo.com reinzuhören. Es trägt zur Entschleunigung bei, wenn man einen Song auswählt und dann nicht gleich die „böse“ Tagcloud erscheint, die mich zu anderen verwandten Titeln locken möchte. Die Tendenz, den Titel durchzuhören und nicht wegzuklicken, ist somit größer. Und oft entdecke ich mit mehr Geduld dann auch, dass mir Titel richtig gut gefällt!

Wie sind Eure Erfahrungen mit radiooooo.com oder mit Streamingdiensten wie spotify?

Uwe Nüstedt


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