Rückschau: Friedrich Christian Delius liest aus „Die Liebesgeschichtenerzählerin“

30 05 2016

Seinem neuesten Roman, erst seit 2016 im Handel, liegt die bewegte Geschichte seiner eigenen Familie zugrunde, drei ineinander verflochtene Lebens- und Liebesgeschichten.

Im Mittelpunkt steht Marie von Schabow, die mit 50 eine Lebensbilanz zieht, ihr Vater als U-Boot-Kapitän im 1. Weltkrieg und eine Ururgroßmutter Maries, uneheliches Kind eines Prinzen von Oranien. Assoziativ verknüpfte Erzählteile sorgen für ein kunstvolles Mosaik, das dann neu beim Lesen zusammengefügt wird und sich so dem üblichen Lesen entzieht und einen eigenen Reiz entwickelt.

Friedrich Christian Delius erläuterte charmant nach der Lesung, dass auch der Raum für Assoziationen bewusst offen gelassen werden sollte. Einen 700 oder 800 Seiten langen, ausformulierten Roman wollte er einfach nicht vorlegen.

Friedrich Christian Delius.

Die Bibliotheksleiterin Petra Buntzoll begrüßte vor 50 Zuhörern den Autor, den sie selbst schon kurzem auf dem „Blauen Sofa“ der Leipziger Buchmesse 2016 hören konnte.

Eingeladen wurde der renommierte Autor jedoch von der Bibliotheksgesellschaft Wolfsburg. Betty Rannenberg stellte in ihrer Begrüßung heraus, dass Delius romanhaft auch gekonnt deutsche Bewusstseinseinlagen schildert und sie erfreut war, den bedeutenden Autor für eine Lesung in Wolfsburg engagieren zu können.

Die Buchhandlung Sopper konnte direkt nach der Lesung nicht nur „Die Liebesgeschichtenerzählerin“ zum Kauf anbieten, sondern unter anderem auch das 2013 ebenfalls von Rowohlt verlegte Buch „Die linke Hand des Papstes“ und „Deutscher Herbst“ und „Die Birnen von Ribbeck“.

Die beiden letztgenannten Bücher werden als Schenkung der Bibliotheksgesellschaft bald im Medienbestand der Bibliothek zu finden sein. Vielen Dank auch dafür.

Hinter dem Buch „Die Birnen von Ribbeck“ verbirgt sich übrigens ein einziger Satz über 70 Seiten, der atemlos eine Geschichte dieses Dorfes bei Berlin erzählt. Der Autor versteht sich auch auf unglaublich lange Erzählpassagen, gegensätzlich zu den so kurzen Erzählstückchen der „Liebesgeschichtenerzählerin“.

Jeweils ein interessantes Entdecken,

Thomas Krumpholz, Zentralbibliothek


Aktionen

Information

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: