Kulturmitte: Die Bibliothek als Mittel-, Treff- und Kennlernpunkt

30 03 2016

„Kulturmitte“ heißt bei uns ja: ein kultureller Beitrag zur Mitte der Woche. Und nachdem wir jetzt Woche für Woche in diesem Sinne aktiv waren – fiel mir gestern auf, dass das Wort Kulturmitte ja auch sehr treffend die Funktion von Bibliotheken beschreibt.
Die Bibliothek als kulturelle und soziale Mitte einer Stadt, „der“ Mittelpunkt, „der“ Treffpunkt. Zugegeben: in kleineren Orten nimmt eine Bibliothek neben Kirche und Einkaufszentrum sicher noch viel eher diese Rolle ein als in großen Städten, wo die Bandbreite der „kulturellen Mitten“ längst größer und oft unüberschaubar ist. Und das ist auch in Ordnung! Aber nichts destotrotz haben Bibliotheken in ihrer Geschichte immer die Rolle einer Kulturmitte gehabt. Sie wuchsen mit dieser Funktion, wurden bedeutender und zu den unvergesslichen „schönsten Orten“, die man unbedingt gesehen haben sollte, bevor man stirbt, so wie dieser Link zeigt  http://1001libraries.wordpress.com/about/ .

Die angestammten Bibliotheksaufgaben wie Bereitstellung von Medien und Versorgung mit Informationen und Wissen sind dabei im Laufe der Zeit erweitert worden und viele Beratungs- und Veranstaltungsangebote haben den Schritt von der analogen in die digitale Gesellschaft schon mit vollzogen. Es gibt nicht mehr nur die klassischen „Können-Sie-mir-mal-sagen, ob-und-wo-Sie-dieses-Buch-haben?“ –Fragen und Frontallesungen mit Belehrungscharakter, sondern schon längst umfassende Rechercheangebote, die Internet-Quellen und – werkzeuge nutzen, Individualberatung bei Fragen wie „Wie nutze ich meinen EBook-Reader und die Onleihe?“ und Poetry Slams, die „jedem Dichtenden“ offen stehen und das Publikum viel stärker als alle bisherigen Literaturformate aktiv miteinbinden.
Fast keiner unserer Veranstaltungsprogramm-Flyer kommt ohne diese Formate aus: 2 mal im Jahr Poetry Slam in der Wanne, eBook-Sprechstunden (Erste Hilfe Onleihe am Di., 5. April) und verteilt über unser ganzes Bibliotheksnetz ganz viel Leseförderung, Bilderbuchkino, Bastelangebote, Schreibwerkstatt, Offenes Singen und Erzählcafé…….
Die mit diesen Formaten verbundene Vorstellung von Gemütlichkeit und Geborgenheit inmitten von Bücherregalen, Studier- und Leseecken und Infoplätzen ruft weitere Assoziationen hervor: die häufig genannte und viel beschworene Aufenthaltsqualität, ein Lesecafé aber auch eine Chilling-Zone“ mit Chillmöbeln zum Entspannen. Und – das darf nicht fehlen – die Gaming- Zone.
Womit wir wieder beim Treffpunkt und diesmal auch bei aktiver Bildungsarbeit angelangt sind. „Treffpunkt“ als Mittelpunkt einer Stadt, an dem wirklich alle Generationen und Kulturen zusammenkommen und sich austauschen und entspannen (Chillen) können. Und „aktive Bildungsarbeit“- das sind z.B. Gaming-Veranstaltungen, mit denen Bibliotheken (auch wir: „Let’s play together“, „Deutsch-Amerikanische Gamingliga“, „Da staunst Du Bauklötze“) Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen („Jung und Alt“ eben) die Möglichkeit geben, mit dem Spielen von Computer- und Konsolenspielen so essentielle Kompetenzen wie Teamfähigkeit, strategisches Denken etc. zu fördern und zu trainieren. Auch für Makerspaces fungieren Bibliotheken mittlerweile als Plattform, von der aus sie Nutzer mit den unterschiedlichsten kreativen (meistens digitalen) Fähigkeiten miteinander vernetzen, die hiermit einen Platz zum Aktiv- und Kreativwerden bekommen.
Unabhängig davon, was sich hier noch alles aufzählen ließe- der genannte Treffpunktcharakter der Bibliothek scheint für viele Bibliotheksnutzer eine nicht unerhebliche Chance zu sein, Menschen z. B. auch des jeweils anderen Geschlechts kennenzulernen.

Kennenlernen in der Bibliothek?

Kennenlernen in der Bibliothek?

Sollte aus der traditionellen Medienausleihe bald ein neuer Trend in Bibliotheken, nämlich „einen Menschen oder Gesprächspartner leihen“ werden (s. Film unten), dann unterstreicht das umso mehr, dass Bibliotheken wohl immer  „der“ Kommunikationsort schlechthin bleiben werden.

Und dass auch unsere Nutzer darüber nachdenken, wie sich die Bibliothek weiterentwickeln kann, zeigt diese Anfrage, die wir zusammen mit dem Upworthy-Film am Ostermontag erhielten. Unsere Antwort: „Tolle Idee! Wir werden das mal durchdenken!

"Ist das auch was für uns?"

„Ist das auch was für uns?“

 

Uwe Nüstedt


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2 responses

30 03 2016
Anne Lohe

Toller Artikel. Lebende Bücher – probiert es aus. Es lohnt sich.

30 03 2016
Stadtbibliothek Wolfsburg

Danke für den Tipp😀

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