Aufgelesen: Änderungen in der digitalen Buchpreisbindung

25 02 2016

Unabhängig davon, in welchem Buchladen oder Online-Shop man ein Buch kauft, zahlen muss man überall denselben Preis. Grund dafür ist das Buchpreisbindungsgesetz, das in Deutschland seit dem Jahr 2002 gilt. Demnach sind alle Verlage und Importeure dazu verpflichtet, für alle veröffentlichten Bücher in Deutschland einen festen Buchpreis festzulegen, der mindestens 18 Monate ab Erscheinungsdatum des Werkes gilt.

Doch seit einigen Jahren steigt auch der Anteil elektronischer Bücher auf dem Markt. Laut dem Bibliotheksportal liegt der Anteil der E-Book Nutzer in Deutschland schon bei fast 30% und dieser Trend steigt immer weiter.

Gilt denn die Buchpreisbindung auch für E-Books?

In § 2 Absatz 1 Ziffer 3 des BuchPrG heißt es „Bücher im Sinne dieses Gesetzes sind auch Produkte, die Bücher reproduzieren und substituieren und bei Würdigung der Gesamtumstände als überwiegend buchhandels- oder verlagstypisch anzusehen sind“.

Was juristisch kompliziert klingt, heißt praktisch: Die Buchpreisbindung wird bei der Preisfindung branchenüblich schon auf E-Books angewendet. Aber bisher fehlte ein expliziter Hinweis auf elektronische Bücher im Gesetz. Doch mit dem am 3. Februar 2016 vom Bundeskabinett in Berlin beschlossenen Gesetzesentwurf zur Änderung des Buchpreisbindungsgesetz wird die Anwendung des Gesetzes auf E-Books nun ausdrücklich festgelegt. Damit fallen zukünftig auch grenzüberschreitende Verkäufe an Letztabnehmer in Deutschland unter die Buchpreisbindung.

E-Book Reader und Bücher

Die Buchpreisbindung gilt nun auch ausdrücklich für E-Books. Quelle: http://www.computerbild.de

Der Gesetzesentwurf, der ab September 2016 in Kraft treten soll, wurde passenderweise am Todestag von Johannes Gutenberg , dem Erfinder des Buchdrucks, veröffentlicht. Stimmen aus der Politik und der Fachbranche sprechen von einem wichtigen Schritt für die digitale Entwicklung des Buchmarktes:

„Heute ist ein guter Tag für die Buchkultur in Deutschland. Durch die Neuregelung stellen wir Rechtssicherheit her und machen die Preisbindung zukunftsfest für das digitale Zeitalter. […] Die deutsche Literaturlandschaft bildet einen Grundpfeiler unserer Kulturnation. Dabei kommt der Buchpreisbindung eine entscheidene Rolle zu, indem sie die Mischkalkulation zwischen Bestsellern und belletristischer Vielfalt ermöglicht. Durch die Fortentwicklung der Buchpreisbindung leisten wir unseren Beitrag zur weiteren Stärkung der weltweit einzigartigen Titelvielfalt in Deutschland – jetzt auch im Bereich elektronischer Bücher“, betonte Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Im Interesse der Leserinnen und Leser setzen wir uns damit für ein vielfältiges Angebot an Buchtiteln und die Vielzahl der Buchhandlungen ein. Das gilt nicht nur für gedruckte, sondern auch für elektronische Bücher„, so Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel.

Und auch der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Heinrich Riethmüller meint: „Mit dem Gesetzesentwurf setzt die Bundesregierung ein wichtiges Zeichen für die gesamte Buchbranche. Die Regierungskoalition bekennt sich damit eindeutig zu einem von Qualität und Vielfalt geprägten Buchmarkt und breitet den Boden für die Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen“.

Was meint ihr, ist die Buchpreisbindung wichtig für das Buch als Kulturgut oder eher ein Nachteil für den Leser? Macht doch bei dieser kleinen Umfrage mit und wenn ihr noch mehr Gedanken zum Thema Buchpreisbindung habt, schreibt sie gerne in die Kommentare.

Alina Heger

 

 


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