Mascha Kaléko – ein begeisternder Rezitations- und Gesangsabend mit Jutta Rosenkranz und Adriana Schiffers

6 11 2014

Leben und Werk der in Galizien geborenen Autorin Mascha Kaléko (1907-1975) standen im Mittelpunkt eines besonderen Literaturabends in der Zentralbibliothek im Aalto-Kulturhaus:
„Die Zeit steht still. Wir sind es, die vergehen.“

Zum 23. Oktober hatte unser Förderverein, Bibliotheksgesellschaft Wolfsburg e.V., die Germanistin und Kaléko-Biografin Jutta Rosenkranz sowie die bekannte Wolfsburger Künstlerin Adriana Schiffers eingeladen, um vor allem das lyrische Werk Kalekos und ihre Briefe vor dem Hintergrund ihrer Lebensstationen in Wort und Gesang der vertonten Verse (wieder) kennen zu lernen.

 

Adriana und Peter Schiffers und Jutta Rosenkranz bei der Begrüßung zum Kaléko-Abend

Adriana und Peter Schiffers und Jutta Rosenkranz bei der Begrüßung zum Kaléko-Abend

 

Jutta Rosenkranz, in Berlin wirkende Journalistin und Literaturwissenschaftlerin, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit umfassender Kenntnis, ebenso großer Hingabe und Präzision mit dem gesamten Werk der Autorin. Sie spürte allen Lebensstationen Kalékos akribisch nach, nahm Kontakt zu vielen Zeitzeugen und/oder deren Nachfahren auf, entdeckte dabei weitere, bisher unbekannte Originaldokumente.  Anhand ihrer Kaléko-Biografie und aus den Briefen der Autorin zitierend, erzählte sie anschaulich und eindrucksvoll Kalékos Leben nach, rezitierte dabei deren Gedichte ebenso ausdrucksstark und wie einfühlsam.

 

Jutta Rosenkranz liest aus Werk und Biografie Kalékos

Jutta Rosenkranz liest aus Werk und Biografie Kalékos

 

Adriana Schiffers präsentierte Kalékos Lyrik mit akzentuierter, ausdrucksstarker Stimme in empfindsamem Gesang nach Vertonungen ihres Mannes, Peter Schiffers, begleitet von ihrem Gitarrenspiel. Beide Künsterlinnen begeisterten die fast 40 Literaturgäste mit ihrem authentischen Einfühlen in Texte und Lebenssituationen Kalekos in das Deutschland der Weimarer Republik und des Dritten Reiches, ihrer Flucht nach New York,  ihrem neuen Leben in Jerusalem und bei späteren Berlin-Besuchen im Nachkriegsdeutschland. Kaléko fühlte sich jedoch in ihrer Wahlheimat fremd. Das Publikum empfand dies nach, litt mit, erfreute sich aber an der großen Vortragskunst. Die von Jutta Rosenkranz authentisch eingesetzten Original-Tondokumente machten diesen Literaturabend zum historischen Zeitspiegel.

Adriana Schiffers präsentiert mit Gesang und Gitarre vertonte Kaléko-Gedichte (Peter Schiffers)

Adriana Schiffers präsentiert mit Gesang und Gitarre vertonte Kaléko-Gedichte (Peter Schiffers)

 

Mascha Kalékos Gedichte wurde in den Dreißiger Jahren  in mehreren Berliner Tageszeitungen  veröffentlicht, so auch in der beühmten Vossischen Zeitung.  Dabei gesteht sie ihre große Angst ein, nun regelmäßig Lyrik auf Bestellung liefern zu müssen, und fühlt sich in ihrer Kreativität eingeengt. 1933 erschien mit dem „lyrischen Stenogrammhaft“ ihr erster Gedichtband. Das 1937 von den Nazis ausgesprochene Berufsverbot beendete jäh die Schaffenskraft der damals schon gefragten Lyrikerin. Sie ging mit ihrem Mann ins Exil in die USA, lebte später in Israel und starb 1975 in Zürich.

Rosenkranz konnte nur Auszüge aus dem umfangreichen, von ihr ediertem, mehrbändigen Werk Kalékos den sehr aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörern vorstellen. Die umfangreichen Kommentare der Literaturwissenschaftlerin können in der Gesamtausgabe („Sämtliche Werke und Briefe“)  nachgelesen werden.

Dank des großzügigen Sponsorings der Bibliotheksgesellschaft befindet sich das „einmalige“ Werk jetzt im Bibliotheksbesitz und kann nun lesend begeistern. Auch Rosenkranzs Biografie sowie weitere Literatur und digitale Medien über die Autorin bietet die Bibliothek literarisch Interessierten an: Alle im Literatursaal in der Zentral- bzw. in der Musikbibliothek zu finden.

 

Vorstand der Bibliotheksgesellschaft Wolfsburg e.V. freut sich mit Jutta Rosenkranz und Ehepaar Schiffers über den gelungenen Abend und mit der Stadtbibliothek über die ihr geschenkte Kaléko-Gesamtausgabe: Dankeschön!

Vorstand der Bibliotheksgesellschaft Wolfsburg e.V. freut sich mit Jutta Rosenkranz und Ehepaar Schiffers über den gelungenen Abend und mit der Stadtbibliothek über die ihr geschenkte Kaléko-Gesamtausgabe: Dankeschön!

Jutta Rosenkranz, Adriana und Peter Schiffers sowie Betty Rannenberg von der Bibliotheksgesellschaft bescherten den Wolfsburgerinnen und Wolfsburgern einen großartigen Literaturabend, der in angeregten Gesprächen seinen Ausklang fand.

Annette Rugen


Aktionen

Information

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: